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Gold als Geldanlage geeignet?
Neben der Freude, Geschehnisse mitzuerleben, die irgendwann einmal die Historiker, Philosophen oder Soziologen beschäftigen werden, bleibt für den einzelnen Bürger das Problem, wie er seine Habe durch diese aufgewühlte Finanzepoche hindurch rettet.
Fakt ist, dass auch die größte Finanzkrise aller Zeiten, von der inzwischen die Rede ist, zum Großteil ein Gemisch psychologischer Faktoren ist. Und Fakt ist ebenfalls, dass Gold unter eben diesen psychologischen Gesichtspunkten immer als rettender Hafen erscheint. Das bezog sich bisher vor allem auf Zeiten hoher Inflation. Haben wir eine Inflation?
Zumindest warnt die EZB ständig vor dieser Gefahr. Allerdings sehen einige Experten eher die Gefahr einer Deflation als einer Inflation. Was spricht für eine Investition in Gold? In den letzten Jahren stieg der Goldpreis kontinuierlich an und angesichts der aktuellen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten dürfte sich diese Tendenz fortsetzen oder verstärken. Im März 2008 knackte der Preis für die Feinunze Gold die 1000 Dollar-Marke, der historische Höchststand von 1980 war weit übertroffen. Die Vorräte an Gold sind weltweit begrenzt, dies wird den Preis treiben.
In Ländern wie Indien, China oder den arabischen Staaten ist Gold das beliebteste Material für Schmuckstücke, die dort zugleich als eine Form von Wertanlage gesehen werden. Physisches Gold wie Barren oder Münzen, auch das ist ein Pro-Argument, lässt sich gut transportieren, stückeln, kaufen und verkaufen. Neben diesem körperlich vorhandenen Gold gibt es weitere Möglichkeiten, das Edelmetall gewinnbringend zu nutzen: Goldzertifikate, Fonds mit Anteilen an Goldminen und Aktien von Goldproduzenten. Aber hier sind Experten gefragt. Nach so viel Glanz kommt der Schatten.
Der Goldpreis ist Schwankungen ausgesetzt, im Oktober 2008 kostete die Feinunze wieder weniger als 1980. Vor allem ist derzeit noch offen, wie die neuen Wirtschaftsriesen Indien und China die Krise wegstecken. Zumindest Indien sieht sich schon als Opfer der Börsen- und Bankenturbulenzen. Im Klartext - die Nachfrage nach Gold könnte sinken, der Preis entsprechend. Möglicherweise wurde der letzte Höchststand des Goldpreises von Spekulanten verursacht, die ihre Goldvorräte inzwischen wieder verkaufen und die Preise purzeln lassen. Zwischen An- und Verkaufspreis von Münzen oder Feingoldbarren klafft eine schmerzhafte Lücke, bei einem Zehn-Gramm-Barren sind das schon 15 Prozent.
Wer sein Gold nicht zu Hause aufbewahren will, muss die Gebühren für ein Schließfach in der Bank einberechnen. Wer sich also für Gold als Wertanlage entscheidet, steht einer Reihe von Unwägbarkeiten gegenüber. Wirklich falsch machen kann man mit Gold jedenfalls weniger als mit einer Anlage bei Lehmann Brothers. Und - vor dem Kauf die Preise nachfragen, weil es bei den Banken große Unterschiede gibt.
Weiterführende Links:
Stiftung Warentest Bankschließfächer
Stiftung Warentest: Anlageformen im Finanzcheck
Videos zum Thema:
Faszination Gold
3sat Reportage: "Let's Make Money" - Wohin geht unser Geld?